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Centered Riding - Sally Swift
Reiten aus der Körpermitte 

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Was ist Centered Riding?

Centered Riding ist reitweisenübergreifend und macht auf neue Wege zu mehr Balance und Harmonie zwischen Pferd und Mensch aufmerksam. Reiten wird erklärt und fühlbar, wie z.B.: Was tut der Körper des Menschen beim Reiten? Wie fühlt sich etwas an? Wie wirkt etwas? Oder was hat der Atem für Auswirkungen aufs Pferd und das Reiten?

Ein Pferd weiss, wie es sich bewegen muss und kann sich selbst ausbalancieren. Wenn sich jedoch ein Mensch auf den Pferderücken setzt, verändert sich etwas. Nun muss das Pferd sich mit dem Reitergewicht auseinander setzen, sich neu ausbalancieren und auf die Hilfen reagieren. Auch das hängt davon ab, wie der Reiter sich selbst ausbalanciert. 

 

Centered Riding lernt, den eigenen Körper zu verstehen. Wie er funktioniert. Und: Wie man ihn einsetzen und kontrollieren kann.  

Die 5 Grundlagen

  • Sanfte Augen (Peripherer Blick): Deine Augen blicken nicht starr auf einen Punkt, sie fixieren nicht die Ohren deines Pferdes. Deine Augen nehmen die Umgebung war, ohne dein Ziel aus den Augen zu verlieren. 

  • Atmung (Zwerchfellatem): Eine ruhige Atmung führt zu einer entspannteren Haltung und lässt dich eher ins Gleichgewicht kommen.

  • Balance: Bist du in der Balance, ermöglichst du deinem Pferd, sich locker und geschmeidig zu bewegen. 

  • Zentrieren: Weisst du, wo sich dein Körperschwerpunkt befindet - und wo er sich befinden sollte?

  • Erden: Damit schaffst du die Basis für Stabilität, Balance und Bewegung - auch bei höherem Tempo.

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Die Körperhaltung

Viele Reiter denken nicht über die eigenen Knochen nach - vielleicht mit Ausnahme der Sitzbeinhöcker.

Jedoch muss die Balance von einem zum anderen Knochen stimmen, wie auch die Verbindung der Gelenke. Wenn dies gegeben ist, sind die Muskeln fürs Bewegen der Knochen verfügbar und werden nicht fürs Abstützen missbraucht. So kann der Reiter koordiniert und ausbalanciert sein. 

Jeder Mensch hat eine individuelle Körperhaltung und eine Art, sich zu bewegen. In dieser Haltung und Art fühlen wir uns oft wohl - aber es gibt auch hier Fehlhaltungen, die z.B. zu Rückenschmerzen o.ä. führen können. 

Diese Haltung aus dem Alltag, mit oder ohne Fehlhaltungen, nehmen wir auch mit aufs Pferd. 

Wie reagiert das Pferd auf die Haltung des Reiters? 

Wenn der Reiter schon Mühe mit dem eigenen Körper hat, so dass z.B. das Zentrum, die Balance oder die Harmonie fehlen, so wird auch das Pferd in seiner Balance gestört. Das Pferd wird somit ungewollt der Spiegel des Reiters. 

Was beeinflusst die Haltung des Reiters? 

Wir sind alle unterschiedlich gebaut, so wie auch die Pferde individuell eine andere Körperform haben. Also braucht auch jede/r einen eigenen, individuellen Plan, um mit seinem Pferd harmonisch reiten zu lernen und Balance und Körpergefühl auszubauen. 

Schwerkraft und das neuromuskuläre System beeinflussen uns alle: Die Schwerkraft müssen wir jedes Mal überwinden, wenn wir aufsteigen. Das neuromuskuläre System steuert die Muskeln. Stimmung, Gedanken und Einstellung wirken auf unser Nervensystem und somit auf die Muskeln. Stress, Bewegungsverhalten, etc. beeinflussen die Haltung. 

Eine gute Haltung beinhaltet körperliche, psychische und emotionale Balance. 

Arbeit mit Vorstellungsbildern (Ideokinese)

Seit vielen Jahren wird das Arbeiten mit inneren Bildern bzw. Vorstellungsbildern im Mentaltraining angewendet. Diese Bilder haben einen direkten Einfluss auf die Muskeln. 

Als Beispiel: 

Im Sattel sitzen wie eine Fichte 

Stell dir vor: Du bist eine grosse, starke Fichte, deren Zweige an dir herunter hängen. Der Baumstamm geht von der Mitte aus nach oben, durch deinen Oberkörper.

Zwischen den Ohren hindurch und aus dem Kopf oben hinaus wächst der mächtige Baumstamm - deine Arme und Schultern hängen vom Kopf hinaus. Die Rippen hängen von der Wirbelsäule und dem Brustbein - alle Zweige hängen herab. 

Die Zweige haben ihre Freiheit: Sie bewegen sich im Wind. Auch der Stamm ist nicht starr. Er kann schwanken, ist aber tief verwurzelt und fällt deshalb nicht um.

Die Körpermitte und Becken sind der nährhafte Waldboden für die starke Fichte, die Beine die tief verankerten Wurzeln, die den Stamm halten.

Wenn der Stamm nach oben wächst, wachsen die Wurzeln tiefer, um den Baum in Balance zu halten. Der Baum wächst einfach. Und genau, wie der Baum wachsen darf, erlaubt der Mensch seinem Körper, nach oben und nach unten zu wachsen. 

Dieses Bild soll dir helfen, tief verwurzelt in den Sattel zu kommen und gleichzeitig die Spitze auszustrecken und gross zu werden. Es soll dir aber auch helfen, weich zu bleiben und dir erlauben, den Bewegungen deines Pferdes zu folgen. 

Ein ganz anderes Erlebnis, als wenn dir aus der Mitte der Volte zugerufen wird: "Gerade sitzen, Fersen herunter." Oder nicht?

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